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Über uns

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Probe ist jeden Freitag um 20:00 Uhr im Proberaum des Musikvereins im Bürgerhaus in Kastel-Staadt.

Der im Jahre 1912 durch sieben musikbegeisterte Männer geründete Musikverein Kastel ist wichtiger Verein und Bestandteil der Ortsgemeinde Kastel-Staadt. Heute machen die aktiven Musikerinnen und Musiker und die in der musikalischen Ausbildung befindliche Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker gemeinsam und mit Freude Blasmusik für alle Anlässe.

Im Jahre 1912 wurde der Musikverein von den Gründervätern Jakob Grün, Matthias Kitzinger, Johann Reinsbach, Nikolaus Klein, Jakob Klein, Franz Steinmetz und Matthias Reinsbach ins Leben gerufen. Als erster Vorsitzender und Dirigent erklärte sich damals Jakob Grün bereit, die Zukunft des Musikvereins in die Hand zu nehmen. Anfangs mussten die Musiker ihre Instrumente privat kaufen und beschaffen. Ein Musiker aus dem Nachbarort Trassem, der heute nicht mehr namentlich bekannt ist, übernahm zunächst die musikalische Ausbildung der Mitglieder. So entstand das Grundgerüst für einen Verein, der heute noch aktiv ist. Im Laufe der Zeit ging jedoch die Gründungsniederschrift verloren.

Ein Jahr nach der Gründung brachte sich der Verein bereits kulturell und aktiv in das Dorfgeschehen ein, denn die begeisterten Musiker spielten anlässlich der Einführung des neuen Dorfpfarrers, und hatten somit ihren ersten offiziellen Auftritt. Kaum hatte der Musikverein seine musikalische Arbeit aufgenommen, musste die Vereinsarbeit in der Zeit des Ersten Weltkrieges auf Grund der damaligen politischen Ereignisse ruhen. Erst nach den Kriegsjahren konnten die Musiker die Vereinsarbeit wieder aufnehmen und vertrauten sich der musikalischen Leitung von Jakob Grün wieder an.

18 Jahre nach der Gründung kam es erstmals zu einem Dirigentenwechsel und  Franz Kees übernahm das Dirigat.

Einige Jahre später erlitt der Verein einen schweren Rückschlag, denn der Zweite Weltkrieg verursachte über lange Jahre einen völligen Stillstand des Vereinslebens. Zudem wurde ein überwiegender Teil der Musiknoten und der Instrumente zerstört oder sie waren nicht mehr auffindbar. Dennoch gaben die Mitglieder damals nicht auf und beschlossen, an der Blasmusik festzuhalten, neue Kraft zu schöpfen und weiterzumachen.

Der Musikverein Kastel setzte sich somit 1950 aus folgenden Musikern zusammen: Franz Kees, Matthias Neises, Karl Leuk, Alfons Klein, Peter Kettenhofen, Peter Neisius, Nikolaus Junk, Franz Reinsbach, Josef Konter, Oskar Leuk und Rudolf Kees. Franz Kees erklärte sich damals bereit, das Amt des ersten Vorsitzenden und des Dirigenten zu übernehmen.

Als Franz Kees 1965 starb, übernahm der noch junge Josef Kiefer die musikalische Leitung und Rudolf Kees den ersten Vorsitz, die man beide zu einem späteren Zeitpunkt zu Ehrenmitgliedern des Musikvereins ernannte. Zu dieser Zeit zählte der Verein insgesamt 26 Musiker, davon spielten 16 begeisterte Kinder und Jugendliche mit.

Bei Anlässen innerhalb der Ortsgemeinde und an Musikfesten befreundeter Musikvereine scheute sich der Musikverein nicht, mit Freude daran teilzunehmen und mit Leib und Seele zu musizieren.

1969 organisierte und richtete der Verein erstmals ein eigenes Sommerfest im Dorf aus, das viel Anklang in der Dorfgemeinschaft fand.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums schaffte der Verein die ersten Vereinsuniformen für alle Musiker an. Von nun an musizierten sie in orangefarbenen Jäckchen sowie blauen Hosen mit weißem Besatz. Ebenso entschloss sich der Musikverein, dem  Volksmusikverband beizutreten.

Josef Schuster wurde 1976 neuer Vorsitzender des Musikvereins und der Auftrag des Vorstandes bestand von nun an darin, Kinder und Jugendliche weiter für die Blasmusik zu begeistern, um die Weiterentwicklung des Vereins zu sichern.

Um dieses Ziel zu erreichen, organisierte der später als Dirigent aktive Reinhard Neises erstmals die musikalische Ausbildung von Jungmusikern.

Am 03.07.1978 trug man den Verein in das Vereinsregister ein, denn dieser Beschluss und auch die Vereinssatzung wurden in der Mitgliederversammlung  vom 04.06.1987 festgelegt.

So las damals wie heute in der Vereinssatzung § 1:

„Ziel und Zweck des Musikvereins ist es, die deutsche Volksmusik zu hegen und zu pflegen und seine Mitglieder in der Musik auszubilden.“ Dies hatte u.a. zur Folge, dass nach einer Abstimmung im Vereinsvorstand erstmals auch weibliche Musiker in den Verein aufgenommen und somit musikalisch ausgebildet wurden. Die ersten Musikerinnen waren Rosi Feiler, Juliane Oberbillig und Manuela Priebe.

Am 04.06.1979 änderte man die Satzung des Musikvereins, um zu betonen, dass die Gemeinnützigkeit des Vereins im Vordergrund stehe. Im selben Jahr erhielten Rudolf Kees und Josef Konter eine Ehrung, da sie 40 Jahre lang, während der Kriegsjahre und später, das Vereinsleben aktiv mitgestalteten sowie prägten.

1980 führte der Verein erstmals die musikalische Jugendausbildung in Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule des Landkreis Trier-Saarburg durch.

Im gleichen Jahr entschlossen sich die Jungmusiker unter der Leitung von Reinhard Neises am Jugendmusiktag teilzunehmen, an dem sie gemeinsam musizierten. Dank Reinhard Neises wurde das Jugendorchester zu einer dauerhaften Einrichtung und musizierte durchgängig in wechselnder Besetzung bis ins Jahr 2009.

Im Jahre 1991 konnte erstmals kein Dirigent aus den eigenen Reihen gestellt werden und der Irscher Gilbert Schellen erklärte sich bereit, das Dirigat zu übernehmen und somit das musikalische Geschick des Vereins zu leiten.

Einige Jahre später ergaben sich im Vorsitz große Veränderungen, denn nach 18 Jahren erfolgreicher Vereinsarbeit übergab Josef Schuster, der heute Ehrenvorsitzender des Musikvereins ist, den Vereinsvorsitz an Karl-Albert Klein. Gemeinsam mit Manuela Peters übernahm er die Jugendausbildung und die Jugendförderung.

Ein Gemeinschaftskonzert mit den Musikvereinen aus Körrig und Ockfen, das in Saarburg stattfand, war eines der Highlights im Jahre 1996.

Im gleichen Jahr übernahm Arno Hoffman aus Saarburg das Dirigat, nachdem Gilbert Schellen sich entschieden hatte, die musikalische Leitung in seinem Heimatort zu übernehmen. In dieser Zeit baute der Verein den Speicher des Bürgerhauses Kastel aus und richtete sich dort einen eigenen Proberaum ein, um dort künftig die Musikproben abzuhalten, die zuvor im Festsaal des Bürgerhauses stattfanden.

Nur zwei Jahre später kam es zu einem erneuten Dirigentenwechsel. So leitete Manuela Peters vorübergehend die musikalischen Geschicke des Musikvereins, bevor Yvonne Mich ab September den Dirigentenstab schwingen sollte.

1999 stand die Förderung der Jungmusikerausbildung und Nachwuchsgewinnung wieder stärker im Vordergrund. Dazu wurde ein Blockflötenkurs eingerichtet, der bis heute der musikalischen Früherziehung dient.

Der Verein feierte im Jahr 2002 sein 90-jähriges Bestehen und zählte über 44 Musiker sowie 101 inaktive Mitglieder. Zudem zählte das Jugendorchester 20 begeisterte Jungmusiker.

Hermann-Josef Benzkirch aus Oberemmel übernahm nach dem erfolgreichen Jubiläum das Dirigat.

Mit der 72-Stunden-Aktion der katholischen Jugendverbände im Südwesten Deutschlands, an der das Jugendorchester 2004 teilnahm, waren die Jungmusiker sehr aktiv. Das Jugendorchester studierte innerhalb von 72 Stunden ein Kindermusical namens „Max der Regenbogenritter“ mit Musik, Gesang und Tanz ein, das im Bürgerhaus Kastel erfolgreich aufgeführt wurde.

Nach elfjähriger Abwesenheit übernahm Gilbert Schellen aus Irsch 2007 erneut das Dirigat des Vereins und konnte an der bisherigen musikalischen Leistung des Vereins anknüpfen.

Ein Jahr später fand zudem ein Wechsel im Vorstand des Vereins statt, denn Karl-Albert Klein legte das Amt des 1. Vorsitzenden nieder und Manuela Peters wurde neue Vorsitzende.

Unter der Leitung von Matthias Schellen, der damals in die Fußstapfen seines Vaters trat, wagten die Jugendorchester aus Kastel und aus Irsch ein gemeinsames Projekt. 2008 fand die erste gemeinsame Probe statt und es folgten schließlich ein Probewochenende sowie ein gemeinsamer Auftritt beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Irsch. Dieses sehenswerte Patchwork-Projekt bestand aus 42 Jungmusikern.

2009 musste Gilbert Schellen das Dirigat aus persönlichen Gründen niederlegen. Mit der Unterstützung ehemaliger Dirigenten und Jörg Jäger, der kurzzeitig als Dirigent wirkte, gelang es dem Musikverein, weiter im aktiven Spielbetrieb zu bleiben.

Nach einer turbulenten Zeit im Verein übernahm Daniela Kedziora (geb. Peifer) 2010 das Amt des ersten Vorsitzenden. Zudem wurde mit Florian Brech ein neuer Dirigent gefunden, der für die musikalischen Geschicke des Vereins zuständig war. 

Nur zwei Jahre später feierte der Musikverein Kastel 1912 e.V. sein 100 Jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsjahr. Mehrere über das Jahr verteilte Veranstaltungen und Feierlichkeiten bildeten einen Würdigen Rahmen. Besonderer Höhepunkt war das Jubiläumskonzert des Musikvereins, das mit unterstützung einer Bandmusiker mit Gitarre und Keyboard und einer besondere Auswahl an modernen Musikstücken zeigte, das der Verein keines Wegs zum alten Eisen gehört. Auch das Jubiläumsfest im großen Zelt auf dem Parkplatz vor der Klause war ein solcher Höhepunkt. Besonders freuen konnte sich der Verein über eine Auszeichnung des Bundespräsidenten in Vertreteung durch den damaligen Bundesratsvorsitzenden Horst Seehofer. Mit der Verleihung der Pro Musica Plakette wurde der Musikverein für seine 100 jährigen Verdienste um den Erhalt und die Förderung der Blasmusik ausgezeichnet.

Auf das Hoch im Jubiläumsjahr folgten leider recht kräftezehrende Jahre. Der Musikverein hatte viele Abgänge von aktiven Musikern zu verzeichnen und konnte den Spielberieb vor allem wegen zahlreicher Aushilfen durch Gastmusiker aufrecht erhalten. Dennoch wurden über den gesamten Zeitraum Nachwuchswerbung und Jugendausbildung betrieben. 

Doch besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen und so wurde unter der Leitung von Florian Brech aus der Not eine Tugend gemacht und ein Gemeinschaftsprojekt zusammen mit seinem zweiten Verein, dem MV Lyra Zerf, geplant und angegangen. Daraus entstanden die beiden Gemeinschaftskonzerte "2 mal 2" die im Frühjahr 2017 in Kastel und Zerf aufgeführt wurden. Mit doppelter Besatzung war es halb so schwer. Die Motivation stieg, der Probebesuch nahm zu und beide Vereine profitierten auch im darauffolgenden Jahr von der gegenseitigen Unterstützung. Dennoch war schnell klar, dass der Musikverein Kastel seine Eigenständigkeit erhalten wollte.

Im Frühjahr 2018 legte Florian Brech sein Dirigat nieder und wanderte zu einem anderen Verein ab. Dadurch stand der Musikverein Kastel vor der schwersten Herausforderung der jüngeren Vereinsgeschichte. Das Sommerprogramm konnte nur wegen der Hilfe der ehemaligen Dirigenten Gilbert Schellen und Hermann-Josef Benzkirch absolviert werden. Durch die Hilfe und besondere Unterstützung der beiden sowie vieler Aushilfen insbesondere aus Oberemmel und Zerf konnte die Einstellung des Spielbetriebs verhindert werden.  

Mit Wolfgang Harig fand der Musikverein im Herbst 2018 einen neuen Dirigenten, der sich der ganz besonderen Herausforderung stellen wollte, den kriselnden Verein musikalisch in die Zukunft zu führen. Als besonderes Ziel setzte er sich, die Einbindung der Nachwuchsmusiker voranzutreiben, die durch kontinuierliche Arbeit auch während der schwierigen Zeiten ausgebildet wurden.

So blickt der Musikverein Kastel 1912 jetzt hoffnungsvoll in die musikalische Zukunft.

Chronik